Suco

Liebes Tierhilfe-Team

 

Ich wollte eine Zeitung erstellen - und ich habe gedacht, dann schreib ich einen bescheidenen Beitrag über unseren Schatz und das Leben mit ihm:

 

 

 

Unser Suco bedeutet uns alles. Je mehr man miteinander durchmacht, desto mehr wird man wohl auch aneinandergeschmiedet. Mit Suco haben wir in diesem Dreivierteljahr, das er nun bei uns ist, schon einiges erlebt aber das war ja eigentlich mit einem waschechten Podenco nicht anders zu erwarten!

 

Wir sind Ende März von einer schönen Dachwohnung in ein eigenes Haus mit großem Garten gezogen, und um es unserem edlen Herrn auch wirklich recht zu machen, gab’s einen 2m hohen Zaun um das ganze Grundstück - nicht ganz billig - nebenbei bemerkt. In den ersten paar Wochen ist er uns trotzdem unzählige Male ausgebüxt, denn der Rasen war noch nicht verlegt, und das noch so schmalste Stück zwischen Zaun und Erde war ihm groß genug, sich durchzuzwängen. So haben wir denn auf diese Art und Weise schnell unsere neuen Nachbarn kennengelernt. Mal rief jemand von rechts hinten „hier ist er“ oder von ganz unten „Ihr Hund ist in meinem Garten“. Immer ging es glimpflich aus und er kam meist nach 10 Minuten schwänzelnd wieder angerückt.

 

Als dann der Fertigrasen verlegt war, war es vorbei mit der Ausbüxerei und Suco hat sich auf das Aufstöbern von Fröschen, Blindschleichen und Mäusen spezialisiert. Er bringt uns alles – meist noch lebend ... Die Frösche werden über den Zaun in den Teich zurückspediert, die Blindschleichen verkriechen sich schnell wieder ins Unterholz, wenn wir Suco festhalten - nur die Mäuse überleben die spitzen Zähne unseres Vierbeiners leider oft nicht. Fressen tut er sie allerdings auch nicht.

 

Also - das Leben im neuen Heim entwickelte sich gut, das Feld und der Wald liegen gleich nebenan, und wir spazieren täglich 2 - 3 Stunden mit unserem lieb gewonnenen Freund.

 

Leider gabs im Juli eine riesengroße Krise: Suco fraß von einem Tag auf den nächsten nichts mehr, übergab sich und erbrach zum Schluss Blut und Wasser, das er getrunken hatte. Die Tierärztin versuchte drei Tage lang, ihm Besserung zu verschaffen - ohne Erfolg. Es wurde brenzlig und sie verwies uns ans Tierspital, denn Suco drohte zu dehydrieren. Er war - ohnehin schon schlank und ohne Reserven - bis auf die Knochen abgemagert. Er musste sofort an den Tropf und viele Untersuchungen wurden durchgeführt. Man hatte Verdacht über Verdacht und gab ihm ständig neue Medikamente. Alle durchgeführten Tests waren negativ: keine Geschwüre, keine schlimmen Krankheiten von fauligem Wasser o.ä., keine Mittelmeerkrankheiten. Zum Glück, irgendwie. Nieren- und Leberwerte waren schlecht und wir bangten. Es war eine unserer schlimmsten Wochen überhaupt.

 

Wir durften ihn besuchen. Zuvor hatte ich Kontakt mit einer Tierkommunikatorin aus der Ferne aufgenommen. Diese meinte, er verlange nach Milchprodukten. Wir kamen, brachten ihm Hüttenkäse - und siehe da: Es war das Erste, was er nach fünf Tagen gierig schleckte. Aber auch nur aus unserer Hand. Nach weiteren zwei Tagen bat uns das Spital, ihn wieder mit nach Hause zu nehmen, da nun das Nichtfressen zusehends zum Drama wurde. Wenn er nicht bald etwas zu sich nehmen würde, wäre das fatal sie meinten, zu Hause, in der gewohnten Umgebung, würde sich das vielleicht wieder besser einrenken. Und so war es auch: Langsam und in kleinen Happen aß er gekochten Reis mit gekochtem Huhn. Tag für Tag wurde er etwas stärker, und irgendwann ging es nur noch bergauf.

 

Eine Diagnose konnte leider nie gestellt werden. Wir waren nach all dem Schrecken heilfroh, dass er nicht gestorben ist - denn für eine Weile hatte es fast danach ausgesehen ...

 

Nun ist alles wieder gut! Suco lebt und hat an Gewicht zugelegt. Sein Fell glänzt und er ist bester Dinge. Er jagt weiter, was er im Garten findet und jeden Tag so gegen 17 Uhr hat er einen Spielanfall. Dann räumt er ab, was er findet und fordert einen zum Spielen auf. Wir schmeißen Bälle und anderes und er rennt und bringt und rennt und bringt. Irgendwann ist dann von einer Sekunde auf die andere Schluss und er will nicht mehr.

 

Im Sommer hat Suco noch eine Gespielin erhalten  Rubyder Hund meiner Mutter. Diese beiden wohnen nun auch im gleichen HausWohnung unter uns - gleicher Garten. Leider ist Ruby manchmal eine Zicke (typisches Weib), aber Suco ist dermaßen cool und souverän, dass er sich vom Gezänke nicht durcheinanderbringen lässt. Wenn Ruby mag, spielt sie mit - aber manchmal kläfft sie ihn einfach nur an oder zwickt ihn in den Schwanz. Dann rennt er weiter und spielt halt mit sich selbst.

 

Alles in allem können wir uns ein Leben ohne Suco nicht mehr vorstellen. Es ist so schön, ihn bei all seinen Tätigkeiten zu beobachten (spannend hier das Mausen auf offenem Feld: Nase ins Loch und Luft rausschnarchen - manch so einer ist schon stehen geblieben und hat diesem Treiben amüsiert zugeguckt). Oft liegt er auch einfach in seinem Bett und träumt (wohl von Mäusen oder Hasen) und zuckt. Seit Neuestem hat er gemerkt, dass meine Mutter Bodenheizung hat, das gefällt ihm an den kühleren Tagen noch viel mehr ...

 

Wir hoffen auf viele weitere Jahre mit ihm. Ein Podenco ist nicht einfach - aber spannend!

 

Sandra Barberini + Ryd Weikert mit Suco