Die Leishmaniose

Leishmaniose bezeichnet eine sogenannte Mittelmeerkrankheit, die ihren Ursprung im mediterranen Ausland hat. Sie tritt vor allem in Süd- und Mittelamerika, Südeuropa und Asien auf, vornehmlich im Landesinneren in ländlichen Regionen.

Bei einer Leishmanioseerkrankung handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die Mensch und Tier gleichermaßen betreffen kann. Die Erreger (Leishmanien) werden durch den Stich der Sand- oder Schmetterlingsmücke übertragen.

Die Leishmanien befinden sich in den Mücken und werden durch den Stich der Insekten über deren Speichel auf das Tier oder den Menschen übertragen. Je nach dem, um welche Form es sich bei den Leishmanien handelt, können sich diese in verschiedenen Bereichen des Körpers ansiedeln.

Die Leishmanien sind beim Tier und Mensch in den Zellen der Leber, der Milz, des Knochenmarks und der weißen Blutkörperchen vorhanden, die für den körpereigenen Schutz zuständig sind. Damit schädigen sie das Immunsystem. Eine Übertragung durch z. B. Hundespeichel ist somit auszuschließen, da sich dort keine weißen Blutkörperchen befinden.

Die Zeit von der Infektion durch die Mücke bis hin zum Ausbruch der ersten Krankheitssymptome ist völlig unterschiedlich. Die Zeitspanne reicht von Wochen oder Monaten bis hin zu vielen Jahren. Wie die Krankheit verläuft, hängt von der genauen Form ab.

 

Man unterscheidet drei verschiedene Formen der Leishmaniose:

  • Die innere Leishmaniose: Viszerale Leishmaniose mit Befall der Organe.
  • Die Hautleishmaniose: Kutane Leishmaniose mit Befall der Haut.
  • Die Schleimhautleishmaniose: Mukokutane Leishmaniose mit Befall der Haut und der Schleimhaut.

 

Für die Diagnosestellung und den Therapieerfolg ist der Nachweis des Erregerstammes notwendig. Durch verschiedene Tests, in der Regel ein Bluttest, ggf. auch Knochenmark- und Lymphknotentest, kann das Tier auf Leishmanien untersucht werden. Die Leishmaniose wird meist medikamentös behandelt. Die Behandlung sollte sich unter anderem auch auf die Stärkung der körpereigenen Abwehr konzentrieren. Das Immunsystem der Tiere, die in Leishmanien-Gebieten leben, haben für gewöhnlich einen natürlichen Immunschutz erworben. Sie können dann zwar einen Antikörper-Titer im Test aufweisen, tragen aber keine Leishmanien in sich. Ein infiziertes Tier kann vielfältige Symptome zeigen, die aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen können. Das Fehlen von Symptomen ist kein Hinweis darauf, dass das Tier nicht infiziert ist.

 

Symptome können unter anderem sein:

schleichender Gewichtsverlust, Lahmheit, Trägheit, Appetitlosigkeit, Haarverlust (besonders um die Augen), Schuppenbildung, Hautwunden (oft nässend, kreisrund - an Ohren, Kopf, Nase und an den Beinen), Nasenbluten, Lymphknotenschwellung, Blutarmut, "Ausfransen" der Ohrränder mit Schuppenbildung, Nierenschädigung.

 

Es gibt sehr gute Therapieerfolge durch zahlreiche Verfahren, die aber individuell je nach Erregerstamm, Konstitution und Rasse eingesetzt werden müssen. Vor den Insektenstichen kann man sich oder das Tier nur durch Vorsichtsmaßnahmen (Mückenschutz, Moskitonetz) schützen, eine Impfung gegen die Leishmaniose gibt es nicht.

Im Umgang mit von den Erregern betroffenen Tieren besteht für den Menschen und für andere Tiere kaum eine Gefahr sich zu infizieren.

Daher besteht kein Grund, die Chance auf ein neues Leben für ein Tier aus südlichen Ländern nur aus Vorsicht abzulehnen.